Amira Odeh: Mit Menschen arbeiten, um Schluss mit den Plastikflaschen zu machen

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Welche ist ihre stärkste Kindheitserinnerung? Normalerweise beantworten wir diese Frage mit guten Erinnerungen, Späßen, Freunden und Familie. Aber die stärkste Erinnerung der Puertoricanerin Amira Odeh ist eine große Dürre, die ihr Land 1994 befiel, und während der sie tagelang kein Wasser zu hause hatte. Amira ist Teil einer karibischen Generation, die umgeben von extremen Klimaauswirkungen aufwuchs. Dürren, Orkane, und, in der Folge, das Verschwinden eines Teils der Artenvielfalt dieser paradiesischen Region.

Vielleicht wegen all dieser Einschnitte engagierte sich Amira bereits als Jugendliche in Umweltschutzaktionen. In ihrer Stadt half sie bei der Säuberung der Meeresküsten und war von  der Menge an Plastik, die die Menschen ins Meer warfen, schockiert. Deshalb störte sie, als sie für ihr Geographiestudium den Fuß in die Universität von Puerto Rico setzte, die Menge an Plastik, die dort verwendet wurde. „Überall sah ich Plastikmüll. Da habe ich erkannt, dass ich irgendeine Umweltschutzaktion anführen wollte“.

Amira schuf an ihrem Campus die Kampagne „No más botella“ („Keine Flaschen mehr“), um die Aufmerksamkeit auf den Verbrauch an Plastikflaschen zu lenken, aber auch auf den Wasserverbrauch. „Ich wollte, dass die Menschen verstehen, dass wir unsere Wasserquellen verbessern müssen, um Wasser es aus dem Wasserhahn trinken zu können und keine Plastikflaschen mehr kaufen zu müssen“.

Zusammen mit Freunden, die sich der Kampagne anschlossen, machte sie der Universitätsverwaltung den Vorschlag, die Plastikflaschen vom Campus zu verbannen. „Wir haben zwei Jahre lang keine Antwort bekommen, aber wir haben nie aufgegeben. Wir haben weiter gearbeitet, Kampagnen gemacht, bis wir eine Sitzung erwirkten“. Das Warten lohnte sich. Der Druck erzielte ein Ergebnis und die Universität von Puerto Rico, Recinto de Rio Piedras, war die erste Universität Lateinamerikas, die mit den Plastikflaschen auf dem Campus Schluss machte.

Amira ist auch Mitglied des Caribbean Youth Environment Network, wo sie Führungstrainings für Jugendliche im Umweltschutz organisiert. Mit 25 Jahren lebt sie in Chile, wo sie einen Master in Wasserwirtschaft absolviert und eine ONG „Colectivo de Acciones Sustentables“ (CAS) (Kollektiv für nachhaltige Aktionen) aufbaut. „Chile ist ein Land mit vielen Umweltproblemen und vielen Aufklärungskampagnen darüber, aber keinen Aktionen. Wir wollen die Umweltbewegung Chiles zur Aktion bringen“, erklärt sie.

Die erste Kampagne des CAS geht darum, in einer Stadt des chilenischen Patagoniens mit den Plastikflaschen Schluss zu machen. Für die Zukunft sagt Amira, dass sie sich nur als Aktivistin sieht, die Kampagnen organisiert, sei es für das CAS oder andere Organisationen. „Ich kann mich nur darin sehen, mit Menschen zu arbeiten“.

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