Fernanda Martinelli: im Dialog mit Unternehmen über den Umweltschutz

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Wenn man über die Umwelt, Nachhaltigkeit oder den Klimawandel spricht, kommen uns normalerweise zwei verschiedene Welten in den Kopf: erstens, Umweltschützer arbeiten ständig hart für den Erhalt der natürlichen Umwelt, für Lebensformen, welche die Umwelt mehr respektieren, und das stetige Anprangern der Umweltzerstörung durch den Menschen, vor allem in Form der öffentlichen Ordnung (oder ihrer Abwesenheit) und der Handlungen großer Unternehmen. Und da kommt die zweite Welt ins Spiel. Unternehmen, die Territorien auf die vielfältigste Art und Weise verschmutzen, zerstören und respektlos behandeln, um immer mehr, mehr und mehr zu verdienen.

Aber leider gibt es keine zwei Welten! Die Welt ist nur eine und Umweltschützer und verschmutzende Unternehmen müssen sich noch denselben Ort teilen. In dieser mühsamen Aufgabe gibt es jene, die es vorziehen, die Türen für jede Möglichkeit des Dialogs mit den Bösewichten der Geschichte zu schließen und jene, die einwilligen hinzugehen, zu sprechen, und die Strukturen im Innern zu verändern. Fernanda Martinelli gehört der zweiten Gruppe an.

Fernanda’s Engagement für die Natur reicht bis in ihre Kindheitsjahre. Sie wurde in Vitória, in Espírito Santo geboren und wuchs umgeben vom Meer und von regionalen Umweltschutzprojekten wie Tamar – Schutz von Meeresschildkröten – und den Aktionen der S.O.S. Regenwald auf. „Ich liebte es, diese Projekte zu besuchen, nahe an der Natur zu sein, aber ich dachte nie daran, dass dies mit meinem Beruf zu tun haben würde“, erzählt sie.

Aber es führte kein Weg daran vorbei. Mit 18 Jahren trat sie in die Fakultät für Biologie in Viçosa, Minas Gerais ein, genau weil die Thematik der Umwelt und des Naturschutzes ihr ganzes Herz beschäftigte. Es war nicht umsonst, und nach dem Abschluss und einem Master in Nachhaltiger Entwicklung in Rio de Janeiro wurde Fernanda Teil des Teams der NGO „Conservação Internacional„.

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Während ihrer ersten zwei Jahre in der Organisation überwachte Fernanda ein Projekt der Bundesregierung mit dem Namen „Bolsa Verde“ („grünes Stipendium“). In ihm bietet die brasilianische Regierung Familien in extremer Armut, die in den ländlichen Gegenden oder traditionellen Gemeinschaften leben und zum Umweltschutz beitragen, eine vierteljährliche finanzielle Unterstützung. Fernanda betrachtet diese Erfahrung als eine „Infiltration in die Welt der Gemeinschaften“. Aber die Erfahrung diente auch als Vorbereitung für die nächsten Schritte der 27jährigen: den Umzug nach Amazonien.

Heute lebt Fernanda in der Stadt Belém, im Bundestaat Pará, im Norden Brasiliens. Dort arbeitet sie weiterhin für die „Conservação Internacional“, aber in einem Projekt, in welchem sie Unternehmen und lokalen Gemeinschaften dabei hilft, mit der Dendêpalme auf nachhaltige Art und Weise zu arbeiten. In ihrem Arbeitsalltag besteht die Aufgabe darin, im Gespräch mit Großunternehmen zu sein um sicherzustellen, dass diese die Dendêpalme nutzen, ohne die Einheimischen zu schädigen und auch die Biodiversität negativ zu beeinflussen. „Die Unternehmen sind offen für den Dialog, weil das Palmöl ein negatives Image in Thailand und Indonesien hatte, wo die Ausweitung der Produktion die Artenvielfalt beeinträchtigte“, erklärt sie. „Die Unternehmen in Brasilien wollen diese Sichtweise ändern, um zu erreichen, dieses Produkt selbst an Länder vermarkten zu können, die sich bereits mehr mit diesen Fragen auseinandersetzen“.

Fernanda’s Aufgabe ist nicht einfach, aber sie ist zum verlieben. Ihr tägliches Ziel ist es, dass sich die Familien im Amazonas letztendlich auf nachhaltige Art und Weise entwickeln können, indem sie Dendêpalmen für Unternehmen anbauen und verkaufen, die sich für die Umwelt einsetzen. Und deswegen braucht die Welt mehr Fernandas die bereit sind, die Welt der Unternehmen zu betreten und deren Strukturen von innen heraus zu verändern.

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