Flávia Martinelli: von einem Fenster in Vitória zur Aktion

FlaviaMartinelli

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Die Stadt Vitória ist eine Insel im Staat Espírito Santo, im Südosten Brasiliens. Mit seinen etwas über 360 Tausend Einwohnern wird die Insel als eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität in Brasilien angesehen, aber gleichzeitig ist sie vom Bergbau dominiert und leidet unter dem stetigen Temperaturanstieg und der Verringerung der Niederschläge. Hier ist es, wo die junge Biologin Flávia Martinelli das Meer durch’s Fenster beobachtet und sich fragt, was mit ihrer geliebten kleinen Vitória im Klimawandel passieren wird.

Flávia wuchs mitten im Grünen, in der Natur und mit Tieren auf. Ihr Großvater, den sie als eine ihrer großen Inspirationen nennt, züchtete Vögel. Obwohl sie heute gegen die Züchtung von Wildtieren in Gefangenschaft ist, schreibt sie diesen Vögeln auf dem Hof ihres Großvaters ihre Leidenschaft für die Natur und für die Tiere zu.

In der Fakultät für Biologie kam Flávia zu dem Schluss, dass alles auf dieser Welt miteinander verbunden ist. Dort durchquerte sie Wälder, lernte die Berge, die Tier- und Pflanzenvielfalt kennen, und auch die Notwendigkeit, all dies zu schützen. Bei Abschluss des Masters in Biologie der Tiere begann Flávia, in der Rettung von Tieren aus großen Bauprojekten zu arbeiten, wie dem Bau einer Stromleitung und dem Bau eines Hafens. „Diese Bauprojekte waren bewilligt, hatten Umweltgenehmigungen, und doch fehlte es an Planung und es gab viel Entwaldung. Ich habe die Tatenlosigkeit und die fehlende Überwachung aus der Nähe gesehen“, erzählt sie.

Im April 2015 war Flávia schon müde. Sie liebte ihre Arbeit, da sie den Tieren nahe war, aber litt unter der ganzen Umweltzerstörung um sie herum. „Ich empfand, dass meine Arbeit im Grunde kein gutes Resultat in meinem Leben brachte“. Sie suchte im Internet nach Referenzen, um sich zu engagieren und auf aktivere Art und Weise zu handeln, und fand die NGO Engajamundo – eine brasilianische Organisation, die junge Menschen auf internationale Verhandlungen der UNO vorbereitet, und davon ausgehend Handlungsangebote erstellt, um Entscheidungsfällungen auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene zu beeinflussen.

Flávia ist unermüdlich. Ewig neugierig, auf der Suche nach neuem Wissen. Sie fragt sich, wie man auch den „gewöhnlichen“ Menschen Zugang zu Informationen über die Umwelt, Natur und deren Schutz verschaffen kann. Bei Engajamundo fand sie die Antwort darauf. Die ONG ist in verschiedenen Arbeitsgruppen organisiert: Klima, Habitat 3 (Behausung und Stadtentwicklung); Geschlecht; Artenvielfalt und nachhaltige Entwicklung. Da Flávia immer mehr über das Klima lernen wollte, entschloss sie sich, dieser Gruppe beizutreten.

„Wir lernen an der Universität nichts über den Klimawandel. Der Arbeitsgruppe Klima bei Engajamundo beizutreten, half mir, mehr Informationen zu sammeln und viel über das Thema zu lernen“. Flávia lernte so viel, dass sie ein Jahr später bereits die Gruppe koordiniert. Heute hilft sie anderen jungen Brasilianern, Zugang zu mehr Informationen über den Klimawandel zu erhalten, die Prozesse der Entscheidungsfällung in den Städten, im Land und auf der Welt zu diesem Thema zu verstehen, und zu handeln – sei es in Form von Protesten, sei es, bei Politikern anzuklopfen und eine Versammlung anzufragen oder in Form von Kommunikationskampagnen. „Die Engajamundo half mir, die Angst davor loszuwerden, die Dinge zu tun. Heute ist das, was ich will, mehr jungen Menschen dabei zu helfen, in Aktion zu treten“.

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