Jamilla Sealy: die Lehrerin, die unterrichtet und lernt

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Jamilla Sealy ist eine junge Frau der kleinen karibischen Insel Barbados, die sich als jemand bezeichnet, der viel Zeit im Freien verbringt. „Ich mochte es nie, viel fernzusehen, und habe die Kindheit damit verbracht, zu gärtnern, im Meer zu schwimmen, auf Bäume zu klettern, und Früchte zu ernten… und meine Mutter hat mich darin unterstützt. Ich erinnere mich, wie sie mich im Fahrrad zu Picknicken mitnahm.“

Da sie so viel draußen lebte, fand Jamilla in der Grundschule ihre erste große Liebe: die Geographie. Es gibt auf Barbados weder Flüsse noch Berge, und als ich im Unterricht davon erfuhr, wurde mir bewusst, wie groß die Welt ist. Ich verliebte mich für immer.“ Obwohl viele Menschen versuchten, Jamilla von der Idee abzubringen, brachte dies nichts, und sie machte einen Abschluss und spezialisierte sich auf Wissenschaft, Umwelt und natürliche Ressourcen. „Man wollte mich überzeugen, Ärztin zu werden, aber ich kämpfte sehr dafür, das zu tun, was ich wollte.“

Aber Jamillas Mut, sich der Familie und ihren Freunden zu widersetzen, brachte eine Herausforderung mit sich: nachdem sie ihren Abschluss in der Tasche hatte, war es schwer, Arbeit zu finden. Furchtlos wie sie ist, zögerte sie sie nicht, mit 21 Jahren Geographielehrerin zu werden! Im Klassenzimmer, wo sie Kinder und Jugendliche unterrichtete, fand Jamilla ihre Leidenschaft für ein spezielles Thema: den Klimawandel.

Barbados gehört zu den 10 am dichtesten besiedelten Ländern der Welt und zu den 15 Ländern, die am meisten unter Wasserknappheit leiden. Jamilla beobachtet in der Praxis, welche Auswirkungen das extreme Klima auf den Anbau von Lebensmitteln und den Zugang zu Wasser hat. „In den letzten Jahren hatten wir sehr starke „El Niños“, die über das normale Maß hinausgingen und zu großen Dürren führten. Dadurch begannen die Süßwasserquellen, Salzwasser aufzuweisen, und durch den steigenden Meeresspiegel laufen wir Gefahr, einige unserer Energiequellen zu verlieren.“

Trotz all dieser Auswirkungen, die im Alltag der Bewohner von Barbados bereits zu sehen sind, bemerkt Jamilla in ihrem Unterricht, dass sich sehr wenige junge Menschen Sorgen über die Lage machen. Deshalb nutzt sie ihre Position als Lehrerin um ihre Schüler anzustiften, sich Gedanken darüber zu machen, und in Aktion zu treten.

In ihrer Bemühung, mehr Wissen ins Klassenzimmer zu bringen, trat Jamilla 2013 dem Karibischen Netzwerk junger Menschen für die Umwelt bei, wo sie dabei hilft, Studien über ihr Land durchzuführen, und Aktionen zu organisieren. „Ich versuche herauszufinden, welches die Perspektive der Jugendlichen in Bezug auf die Umwelt ist, um ihnen dann zu zeigen, wie sie helfen können. Darüber hinaus organisiert sie Veranstaltungen wie die Reinigung der Strände und interagiert mit jungen Menschen der anderen karibischen Inseln, die gleiche Herausforderungen wie die Bevölkerung von Barbados erleben.

In der Schule bemüht Jamilla sich, den Klimawandel dem Leben der Jugendlichen so nah wie möglich zu bringen. Sie benutzt eine einfache Sprachen, zeigt Videos und vergleicht jüngste Klima Ereignisse im Land. „Kürzlich begannen wir, mehr Moskitos zu sehen und Fälle des Zika-Virus zu verzeichnen. Ich nutze solche Situationen, um die jungen Menschen zu provozieren, über die Ursachen nachzudenken.“

Jamilla beginnt damit, eine Gruppe junger Menschen, die genau wie sie am Klima interessiert sind, zusammenzubringen. Ihr Traum ist es, die gesamte junge Bevölkerung von Barbados für den Klimawandel zu interessieren und gut darüber informiert zu wissen, was der Klimawandel ist, und wie sie dazu beitragen können, zu verhindern, dass diese paradiesische Insel leidet. „Ich weiß dass es schwer ist, die Mentalität der Menschen zu verändern, aber irgendjemand musste ja den Anfang machen“.

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