Juli Hirata: die Angst in Mut umwandeln

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Juli Hirata ist eine dieser entschlossenen und neugierigen Personen. Mit neun Jahren sah sie ihre Mutter an und sagte: „ich will Wissenschaftlerin werden.“ Und sie wurde es! In der Fakultät für Biologie tauchte sie kopfüber in die Welt der Forschung und Labore ein, aber es war in einem Labor für Wasser, wo sich ihre Pläne änderten. „Ich erkannte, dass mein Platz da draußen war, um Unterricht im Gelände zu geben und Umweltstudien zu machen. Kindern dabei zu helfen, mit der Natur in Kontakt zu treten, war die Art, die Juli fand, um sich gleichzeitig in die menschlichen Beziehungen zu verlieben.

Aber Juli ist ein Mensch, der immer nach mehr sucht. Sie hörte nie auf, zu lernen. Sie machte einen Master in Naturschutz und pflanzlicher Biodiversität, um die Auswirkungen, die Menschen an den Wanderwegen verursachen, zu verstehen. Hierfür besuchte sie Lehreinheiten in Umweltschutz und begann, die Beziehung der Menschen mit der Natur aus der Nähe zu betrachten. Sie war jedoch nicht zufrieden und bewarb sich für ein Studium an der Universität Yale, erhielt ein Stipendium, aber bestand den Englischtest nicht.

Die Frustration verwandelte sich in Kraft. Juli packte die Koffer und machte sich auf den Weg zu einer zweijährigen Erfahrung in Europa, um ihr Englisch zu verbessern und sich auf Promotionsprogramme zu bewerben. Sie nutzte die Zeit, um Fahrradtouren zu machen. Sie wurde für ein Programm angenommen, aber erhielt kein Stipendium. So kehrte sie mit ihrem Mann nach Brasilien zurück, aber noch immer mit dem Plan, die Welt ein weiteres Mal zu gewinnen.

Unerwartet verwurzelte sie die Rückkehr nach São Paulo Juli mehr als sie sich vorgestellt hatte. Sie band sich durch eine Anstellung an einer humanistischen Schule. Ihr Mann eröffnete ein Café und Fahrradladen und war völlig von dem neuen Unterfangen eingenommen. Plötzlich sieht Juli ihre Träume und Pläne der Vergangenheit aus der Gegenwart verschwinden. In einem Ausbruch der Verzweiflung und angesichts einer potentiellen erneuten Frustration fragte sich Juli: „was macht mir am meisten Angst?“. Mit dieser Frage im Kopf fand sie eine Antwort: alles aufgeben.

Juli sagt, dass das, was sie antreibt, die Angst ist. Sie bezeichnet sich selbst als großen Angsthasen! Aber sie verwandelt diese Angst auch in einen unendlichen Mut. Mit der Angst davor, alles aufzugeben, gab Juli alles auf. Sie reichte die Scheidung ein, kündigte die Anstellung, verkaufte ihre Sachen, zahlte ihre Schulden, packte den Rest ein, nahm ihr Fahrrad und erschuf das Projekt Extreme der Amerikas. In ihm wird Juli, neben einer zweijährigen Reise allein auf dem Fahrrad zwischen Nord- und Südamerika, von Alaska bis Ushuaia, hunderte von Umweltschutzeinrichtungen kennenlernen, die Mensch-Umwelt Beziehung verstehen und auch, wie die Verwaltung dieser Schutzgebiete bei dieser Eingliederung helfen können.

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In Alaska beobachtet sie bereits viel davon. Sie beobachtet, wie die Schutzgebiete ein Teil des Lebens der Menschen in der Umgebung sind. Gleichzeitig begleitet sie aus der Nähe die beschleunigte Ausbeutung von Öl in der Region. „Alaska erlebt eine ernsthafte Angelegenheit der Ausbeutung von Öl und Bergbau, wegen des Goldes“, erklärt sie. Sie bezeichnet das Erdöl als „die schwarze Vene, die die Schutzgebiete Alaskas durchschneidet“.

Juli erzählt auch, wie die klimatischen Veränderungen im Leben der Menschen gegenwärtig sind. „Seitdem man vom Klimawandel spricht und die Menschen in den Vereinigten Staaten nicht einmal daran geglaubt haben, fühlte es die Bevölkerung Alaskas bereits. Sie leben davon, die Jahreszeiten da draußen zu beobachten“. Ein einfaches Beispiel: Wenn es Bären Alarm gibt, steht alles still. Die Menschen müssen in den Häusern bleiben, gehen nicht zur Arbeit. Der Winter ist die Jahreszeit der Bären, aber im vergangen Jahr gab es Bären Alarm bereits im Sommer“, erzählt sie. Juli berichtet auch, wie die Klimaveränderungen die Erzeugung von Lebensmitteln in Alaska direkt beeinflusst. „Die Jahreszeiten bestimmen die Trocknung der Lebensmittel, den Vorrat an Proteinen, die sie im Winter haben werden sowie die Fischsaison“.

Juli fährt weiter durch Alaska. Das heißt, sie steht noch am Anfang dieser Expedition einer ängstlichen Frau, die Angst in Mut transformiert, und durch die Amerikas strampelt, um uns von der Menschheit zu erzählen, von der Natur und, warum nicht, vom Klimawandel. Rückenwind für Juli!

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