Lorena Terrazas: Trägerin der Stimme der indigenen Jugend

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Wenn sie von ihrer Kindheit spricht, erinnert sich die Bolivianerin Lorena Terrazas schnell an die Sommer im Haus ihres Großvaters. „Er war ein Mensch des Landes, lebte in einer sehr ruhigen Umgebung, und genau deshalb gab es keinen Müll und alles war sehr aufgeräumt.“ Organisation und Sauberkeit sind Themen, die die Aufmerksamkeit der jungen Frau aus Santa Cruz auf sich zogen, die während ihres Lebens durch viele Schulen kam, bis sie schließlich in einer Nonnenschule landete, wo sie viele Regeln befolgen musste, und eine darunter war es, alles sauber zu halten.

Aber diese Erinnerungen holte Lorena an der Universität, im Fach Internationale Beziehungen, wieder hervor, wo sie ihren ersten Kontakt mit dem Thema Klimawandel hatte. „Die Angelegenheit erregte meine Aufmerksamkeit, und hier begann ich zu verstehen, dass alles miteinander verbunden ist.“ Zur selben Zeit begann Lorena, als Freiwillige mit indigenen Völkern Boliviens zu arbeiten. „Dies war der Weg den ich fand, zu meinen Wurzeln zurück zu kehren, die indigen sind“, erzählt sie.

Bei ihrem Versuch, den Indigenen eine Stimme im internationalen Umfeld zu verleihen, erhielt sie 2011 ein Stipendium, um Bolivien bei der COP17 zu vertreten – der UN-Klimakonferenz, die in jenem Jahr im südafrikanischen Durban stattfand. Vor ihrer Anreise besuchte sie die Gemeinden und nahm den Standpunkt der indigenen Völker Boliviens zu den Klimathemen zur Konferenz mit. Lorena definiert die Klimakonferenzen als eine „Tür durch die man sieht, was auf der Welt passiert“. In Durban konnte sie sich mit Netzwerken junger Menschen auf der ganzen Welt verbinden und so ihre Nachricht verbreiten.

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Während es jene gibt, die in Bezug auf die Ergebnisse und die Effektivität der UN-Klimakonferenzen pessimistisch sind, so ist Lorena stets optimistisch. Sie sieht die Teilnahme der Zivilgesellschaft als entscheidenden Faktor bei der Entscheidungsfällung an. „Was viele nicht wissen ist, dass die Klimakonferenz die Arbeit eines ganzen Jahres ist. Es ist nicht nur eine Veranstaltung, sondern es bedeutet, während eines ganzen Jahres viele Versammlungen zu besuchen, an die Regierungstür zu klopfen, Druck auszuüben, Proteste zu veranstalten und ein gewisses Ergebnis auf der Konferenz am Ende des Jahres zu sehen“.

Seit Durban hat Lorena schon an anderen UN-Klimakonferenzen teilgenommen, nämlich in Lima (2014) und Paris (2015), aber ihr aktuelles Engagement findet auf einer viel lokaleren Skala statt. Lorena ist eine der Gründerinnen der „Rede Paz, Integração e Desenvolvimento“ (Netzwerk Frieden, Integration und Entwicklung) – Pazinde – wo sie sich auf zwei Hauptprojekte konzentriert: das Erste ist die sozio-ökologische Überwachung mit den indigenen Völkern. „Das Volk der Guarani lebt in Regionen mit vielen natürlichen Ressourcen, darunter Gas. Wir helfen ihnen, diese Regionen zu überwachen um sicher zu stellen, dass sie nicht ausgebeutet werden“. Das Zweite ist die Simulation von Klimakonferenzen mit bolivianischen Jugendlichen. „Die UNO hat eine Methodik des Trainings für die Klimakonferenzen, wo die Menschen die Rolle der Regierungen nur simulieren. In unserer Arbeit führen wir weitere Figuren in die Simulation ein, darunter die Zivilgesellschaft“.

Dieses Jahr startet sie auch eine Forschung mit indigenen Frauen über Klimaveränderungen. „Wir wollen verstehen, wie diese Frauen die Goldextraktion in ihrer Region sehen und ihnen dabei helfen, einen Anpassungsplan der Gemeinde zu entwickeln, um diesen der Regierung zu überreichen.“

Lorena glaubt, dass die Zivilgesellschaft an der Entscheidungsfällung der Regierung teilnehmen muss. Für sie ist das Zusammenleben mit den jungen Bolivianern und den Indigenen ihres Landes eine große Lektion. Für die Zukunft sieht sie sich gar in politischen Ämtern involviert, um die Stimme dieser Gruppen in die Regierungsstrukturen zu tragen. „Für mich ist dies die Arbeit mit dem Klima. Sie ist holistisch und universell. Sie ist ökologisch, politisch und sozial. Und das will ich den Regierungen zeigen“.

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