Maira Begalli: Die Wissenschaft vereinfachen

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Wer Maira Begalli oberflächlich kennt, könnte denken, dass sie ein weiteres Mädchen der oberen Mittelschicht ist, das voller Privilegien auf einem Landsitz in Riacho Grande, im Ballungsgebiet von São Paulo, aufgewachsen ist. Aber wer die Gelegenheit hat, sich in ihre Lebensgeschichte zu vertiefen, weiß, dass Maira ein Mensch ist, der für das Leben kämpft und nicht aufhört, nach Wissen zu suchen, um dieses zu vermehren.

Maira sagt, sie kommt aus einer Familie von Überlebenden. Ihre Mutter kommt aus einer reichen italienischen Familie, die auf der Flucht vor Hunger und Krieg nach Brasilien kam. Ihr Vater stammt von armen Portugiesen und Spaniern ab, die auch nach Brasilien flohen. Und Maira ist das Ergebnis der Beziehung zwischen dieser reichen Frau und einem Markthändler, von dem sie schwanger wurde. Mit fünf Jahren sah sieh ihren Vater fortgehen, ihre Mutter anfangen zu arbeiten, und sich selbst bei ihren Großeltern in einem Haus aufwachsen, das sie als „einen Ort, an dem man nicht wusste, was eine Krise war“, aufwachsen.

Aber genau an diesem Ort, einem Landsitz in Riacho Grande, wuchs Maira inmitten der Natur auf. „Was in Studien über Artenvielfalt gesagt wird, sah ich im Garten unseres Hauses. Zwischen ihren Kindheitserinnerungen ist ihr Großvater, der viel beruflich unterwegs war und ihr immer Videos von National Geographic von seinen Reisen mitbrachte. Als sie ein Kind war, war Mairas Traum, ein Filmemacher dieser Reihe zu werden.

Das perfekte Szenario des Kindes begann in sich zusammenzubrechen, als ihr Großvater verstarb. Maira sagt, dass sie von da an begann, in „künstlichen Umgebungen“ zu leben, mit flachen Beziehungen, die dazu beitrugen, dass mit 14 Jahren nervöse Anorexie bei ihr diagnostiziert wurde. „Ich bin ein paar Mal fast ums Leben gekommen“, erzählt sie. Deshalb schreibt sie ihre Erholung dem Studium des Umweltmanagements zu. In der Universität lernte sie neue Menschen und Projekte kennen und begann, sich wieder mit jener Maira zu verbinden, die die Natur im Garten ihres Hauses erforschte.

Bei ihrem Studium kam Maira nicht mehr von den Universitätsbänken los. Sie schlug immer die Brücke zwischen der Akademie und und der Welt draußen. Eklektisch wie sie ist, studiert sie alles von Humanökologie bis Journalismus und meditiert viel, um sich immer wieder mit sich selbst zu treffen. Durch alles, was sie studiert hat, bekam Maira eine große Sicherheit: „Alles ist verbunden! Und wir Menschen sind nur eine weitere Spezies voller Schwächen, Tiere in diesem großen Dschungel“.

Und mit einem solchen Blick auf die Welt und ihre Teilnahme an einer Forschungsgruppe an der Staatlichen Universität São Paulo (Unicamp) über die „Theorie des wohlhabenden Niedergangs“ hält sie fest: „Alles ist verkehrt! Und das versetzt viele Menschen in Panik. Aber ich schaffe es, ruhig zu bleiben, und ich will den Menschen dabei helfen, zu verstehen, was auf der Welt passiert und ihre Mikro Veränderungen zu machen“.

Deshalb hat Maira gerade einen Blog angefangen, um die Art und Weise, wie Wissenschaft vermittelt wird, zu vereinfachen. Ohne Zugehörigkeit zu irgendeiner Organisation definiert sie sich selbst als Ökologin, Aktivistin und Forscherin und will zeigen, dass die Wissenschaft nicht so furchterregend ist. „Ich sehe diese Blogger Mädchen, die von Schminke reden und Millionen Klicks haben. Die Wissenschaftler haben keine! Ich will dies entmystifizieren und zum Beispiel in einer klareren Art über klimatische Veränderungen sprechen.“ Hierfür studiert, liest, beobachtet Maira weiter und hört Menschen überall wo sie hin geht zu, um dann ihre Geschichten zu erzählen. „Jedes Mal wenn du eine Geschichte hörst, ändert sich etwas in dir. Ich will damit helfen eine Zukunft aufzubauen, in der wir weniger leiden“.

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