Maria Fujihara: Generation ohne Widersprüche

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In ihrer Kindheit, wenn die Freunde des Mädchens aus São Paulo nach dem Beruf ihrer Eltern fragten, antwortete sie: „sie sind Mafiosi“. Mit „Mafiosi“ wollte sie sagen, dass ihr Vater der Direktor des IBAMA (brasilianisches Institut für Umwelt und erneuerbare natürliche Ressourcen) und ihre Mutter Verwalterin des Burle Marx Parks sei, ein grüner Streifen inmitten von Gebäuden in der Südzone von São Paulo.

In solch einem Haus wuchs Maria mit Widersprüchen auf. Sie mochte den Bereich der Umwelt wegen dem Beruf ihrer Eltern, aber sie mochte es auch zu verreisen, interessierte sich für Kunst, Kultur und den Bereich der Humanwissenschaften. Am Ende begann sie ein Grundstudium in Wirtschaft, denn sie wollte Diplomatin werden um die Welt bereisen zu können. Als sie schon für drei Monate an der Fakultät studierte, entfernte sie ein Autounfall für ein Jahr von allem. „Dies war mein Wendepunkt, als ich mich entschloss, alles abzubrechen und meiner Leidenschaft für die Architektur nachzugehen“.

Als sie sich von dem Unfall erholt hatte, schrieb sich Maria für das Studium der Architektur ein, wo ihr auffiel, dass sich kein Dozent und kein Fach mit nachhaltiger Architektur beschäftigte. Die Akademie ist immer die letzte, die sich ändert, die letzte, die irgendein innovatives Thema aufnimmt“, beklagt sie. Aber mit der DNA der Umwelt im Blut, hielt sie nicht inne, bis sie ein Dozent  auf die NGO Green Building Council Brasil (GBC) hinwies, eine Organisation, die Umweltzertifikate für den Bausektor ausstellt, und wo Maria ihre erste Anstellung als Architektin eroberte.

Genauer gesagt arbeitet Maria für die Verbreitung eines Zertifikats mit dem Namen LEED, einer englischen Abkürzung für „Leadership Energy Environmental Design“, die als weltweit höchstes Zertifikats für Bauvorhaben angesehen wird. Und so durchkreuzt Maria mit glänzenden Augen und voller Leidenschaft das Land und verbreitet nachhaltigere Formen, Gebäude, Häuser, Wohnanlagen und Wohnviertel zu bauen. „Die Art, wie wir in Brasilien bauen, ist sehr verschmutzend und verschwendend“, erklärt sie. „Die nicht nachhaltige Bauart zieht aufgrund der Verschwendung im Schnitt eine Kostenerhöhung von 15% mit sich“.

Wenn sie dazu befragt wird, ob das nachhaltigere Modell teurer ist, präsentiert Maria alle Argumente, um das Gegenteil zu beweisen. „Mit Zertifizierung ist die Planungszeit länger und die Bauzeit kürzer. So werden die Kosten während der Bauzeit verwässert“. Sie zeigt anhand praktischer Beispiele, von Projekten, die sie bereits begleitete, wie beispielsweise das Management von Bauschutt den Wasserverbrauch um 60% und den Energieverbrauch um 40% senken kann. „Die Bauwirtschaft nutzt viele natürliche Ressourcen. Wenn man nicht richtig plant, wird viel verschwendet, es ist, als ob man zwei Mal verschmutzen würde“.

Derzeit ist Maria in einem Projekt zur Zertifizierung von Wohnvierteln tätig, durch welches sie sich in die Thematik der Städte verliebte und die sie dazu bewegte, ein postgraduales Studium in Stadtplanung- und Management an der Universität São Paulo aufzunehmen. Im persönlichen Bereich erzählt sie, wie ihre Arbeit direkt ihren Lebensstil beeinflusst. „Ich habe aufgehört, Fleisch zu essen, ich biete Mitfahrgelegenheiten an, kaufe lokale Produkte, und tausche meine Kleidung auf Märkten um keine neuen kaufen zu müssen, und mein Haus sieht wie ein Urwald aus“.

Maria verteidigt inbrünstig, dass ihr Lebensstil nicht im Widerspruch zu dem steht, was sie jeden Tag in ihrer Arbeit in der GBC sucht. „Die Generation unserer Eltern ist eine Generation die begann, über die Umwelt zu sprechen und sie zu studieren, aber sie haben es nicht in der Praxis umgesetzt. Wir sind die Generation, die das, was sie lernt, auch in der Praxis umsetzt, und dieses widersprüchliche Leben nicht mehr akzeptiert“.

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