Molly Walsh: Achtsamkeit, Liebe und Wut

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Als sie klein war, erzählte Molly Walsh den Kindern ihrer Schule in einer kleinen Gemeinde in Irland heiter, dass es bei ihr zu Hause zu Weihnachten Biohähnchen zu Essen gebe. Die Information, die für sie ein Anlass des Stolzes war, wurde zu einem Motiv des Bullying während ihrer gesamten Schulzeit. Aber dies sind Molly’s Wurzeln: Tochter einer Aktivistin in der Händler Gewerkschaft und eines Umwelt Architekten, der sein Leben in dörflichen Ortschaften im Norden Irland’s verbrachte und sich in Wasser- und Energieprojekten engagierte. Heute ist sie in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten. „Sie sind nicht mehr am Leben, und ich würde ihnen gern erzählen, was ich jetzt mache“.

Molly hat einen Abschluss in Umweltbiologie. In der Universität wurde ihr bewusst, dass etwas auf dem Planeten passierte. Und dieses etwas nannte sich Klimawandel. „Es frustrierte mich, dass die Vorlesungen die politischen Aspekte nicht behandelten. Sie stellten den Klimawandel als reines Naturphänomen dar. Aber dann hatte ich einen Kurs über fossile Brennstoffe und bemerkte, dass dies der Anfang aller Fächer sein sollte, und nicht das Ende“.

Für das Thema sensibilisiert, tauchte Molly darin ein und trat der Kampagne „Shell to Sea“ bei, die die Auswirkungen einer Gasraffinerie, die vom Unternehmen Shell in einem Naturgebiet Irland’s verwaltet wird, anprangerte. „Dort fand ich mein Zugehörigkeitsgefühl. Wenn du aus einer kleinen Gemeinde kommt und solche Ideen hat, bist du eine komische Person. In der Klimabewegung habe ich mich gefunden“.

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Im Anschluss fand Molly ein Praktikum der internationalen NGO „Friends of the Earth“ (Freunde der Erde), wo sie bis heute tätig ist. Seit drei Jahren lebt Molly in Brüssel, in Belgien, wo sie in einem Projekt mit dem Namen „Energy Democray“ (Energiedemokratie) arbeitet, das mit Partnern in ganz Europa zusammenarbeitet, um das Energiesystem der Region zu verändern. „Wir wollen einen demokratischen Energiewandel sehen, deshalb suchen wir nach Lösungen, um beispielsweise die Nutzung des Öls und des Frackings zu stoppen“.

Für die Arbeit reist Molly viel und ist mit Menschen aus verschiedenen Orten, Kulturen und mit unterschiedlichem Wissen im Dialog. Aber sie gibt sich nicht zufrieden. Seit fast einem Jahrzehnt bei Friends of the Earth, hat sie gerade geholfen, einen informellen feministischen Raumes im Büro aufzubauen. Selbst wenn man mit Menschen arbeitet, die die Welt verändern wollen, garantiert Molly, dass es schwer ist, eine Frau zu sein, auch in diesem Kontext. „Manchmal schlagen die Männer dasselbe wie du selbst in einer Versammlung vor, manchmal kommen sie mit diesem Satz „sie ist so jung“. „Energie ist ein Gebiet, wo nicht viele Frauen arbeiten. Es ist sehr technisch, und die Frauen bleiben im Hintergrund“. Molly möchte mehr Frauen in diesen Projekten involviert sehen. Dafür macht sie ihre Arbeitskollegen zu ihren großen Verbündeten.

„Selbst in der Umweltbewegung müssen wir gegen das Patriarchat kämpfen“. Aber Molly feiert es, dass diese Aktion auch dazu gedient hat, die Frauen zu stärken und ihrer Arbeitsumgebung näher zu bringen. „Wir erschaffen einen Ort der Achtsamkeit, einen Platz, wo wir das Recht haben, wütend zu sein, aber auch das Recht, zu lachen. Und das ist meine Welt. Eine Welt der Achtsamkeit, Liebe und Wut“.

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